Taschengeld

Taschengeld mit 10 und 11 Jahren: Beträge und der Umstieg auf monatlich

Taschengeld mit 10 Jahren: 16–18,50 € im Monat, mit 11 Jahren 18,50–21 €. So gelingt der Umstieg von wöchentlich auf monatlich – mit Rechenbeispiel.

Florian Kelm8 Min. Lesezeit1.660 Wörter

Pepp mit einer Quest-Karte

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts empfiehlt mit 10 Jahren 16–18,50 € und mit 11 Jahren 18,50–21 € pro Monat. Das Jugendamt Nürnberg nennt als Orientierungswerte 16 € und 18 €.
  • Mit 10 wechselt die Auszahlung von wöchentlich auf monatlich. Zum Umrechnen den Wochenbetrag mal 4,33 nehmen, nicht mal 4 – aus 3 € pro Woche werden so knapp 13 € im Monat.
  • Ein Übergangsmonat mit zwei halben Auszahlungen am 1. und am 15. macht den Sprung kleiner. Danach gibt es den vollen Betrag immer am selben Tag.
  • Pleite am 20. ist der Lerneffekt, nicht das Problem: kein Nachschießen, kein Vorschuss, aber ein Gespräch am nächsten Auszahltag.
  • Sparen bleibt freiwillig. Ein Sparziel für 2–3 Monate und – wenn ihr wollt – ein erstes Kinderkonto passen gut zu diesem Alter.

Statt 3 € am Samstag liegen plötzlich 17 € auf dem Tisch, und die müssen vier Wochen reichen: Mit 10 wird aus dem Wochengeld ein Monatsgeld. Die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts (DJI) nennt dafür 16 bis 18,50 € pro Monat, mit 11 Jahren 18,50 bis 21 € – der eigentliche Einschnitt ist also nicht der Betrag, sondern der Rhythmus. In diesem Ratgeber erfahrt ihr, wie viel Taschengeld mit 10 Jahren und mit 11 angemessen ist, wie ihr richtig von wöchentlich auf monatlich umrechnet, wie ein Übergangsmonat den Sprung erleichtert – und warum das erste Pleite-Monatsende zum Lernen dazugehört.

Wie viel Taschengeld mit 10 Jahren und mit 11?

Als Orientierung gelten die Empfehlungen des DJI, die Jugendämter als Taschengeldtabelle weitergeben. Die vollständige Übersicht von 4 bis 18 Jahren steht in der Taschengeldtabelle; hier der Ausschnitt rund um den Umstieg, mit der Umrechnung in die jeweils andere Einheit, damit ihr die Größenordnung vergleichen könnt.

Alter Empfehlung entspricht etwa Auszahlung
9 Jahre 2,50–3 € pro Woche 11–13 € pro Monat wöchentlich
10 Jahre 16–18,50 € pro Monat 3,70–4,27 € pro Woche monatlich
11 Jahre 18,50–21 € pro Monat 4,27–4,85 € pro Woche monatlich
12 Jahre 21–23,50 € pro Monat 4,85–5,43 € pro Woche monatlich

Umgerechnet ist mit 4,33 Wochen pro Monat (52 Wochen geteilt durch 12). Das Jugendamt Nürnberg nennt in seinem Faltblatt „Die Taschengeldfrage“ statt Spannen Einzelwerte: 16 € mit 10 und 18 € mit 11 Jahren. Beide liegen am unteren Rand der DJI-Empfehlung, der Nürnberger Wert für 11 sogar knapp darunter. Für euch heißt das: Mit 16 bis 18 € seid ihr mit 10 auf der sicheren Seite, mit 18 bis 21 € mit 11.

Die Beträge setzen voraus, dass ihr den Bedarf weiter deckt: Schulsachen, Kleidung, Fahrkarte, Mittagessen, Sportverein. Das Taschengeld ist für Wünsche – Snacks, Zeitschriften, Sammelkarten, ein kleines Geschenk für Freunde, das erste Kino ohne euch. Was in diesem Alter genau dazugehört, zeigt Was muss vom Taschengeld bezahlt werden?.

Warum mit 10 Jahren der Umstieg auf monatlich kommt

In der Grundschule ist das Wochengeld richtig, weil ein Monat für ein siebenjähriges Kind zu lang ist – warum, erklärt Taschengeld in der Grundschule. Mit 10 hat sich das geändert. Die meisten Kinder können jetzt einen Kalender lesen, haben schon einmal ein paar Wochen auf etwas gespart und verstehen, dass „am Ersten“ ein fester Tag ist. Auch die Orientierungswerte im Nürnberger Faltblatt wechseln genau hier: Bis 9 Jahre nennt es Wochenbeträge, ab 10 Monatsbeträge.

Der Umstieg bringt eine neue Lektion: Einteilen. Ein Wochengeld kann man an einem Nachmittag ausgeben und eine Woche später ist neues da. Ein Monatsgeld zwingt zu der Frage, die Erwachsene jeden Monat beantworten: Wie viel kann ich heute ausgeben, damit am Ende noch etwas übrig ist? Dazu kommt, dass viele Kinder mit 10 auf die weiterführende Schule wechseln und mehr allein unterwegs sind. Ein Monatsbetrag lässt sich außerdem bequem per Dauerauftrag auf ein Kinderkonto überweisen – dazu unten mehr.

Richtig umrechnen: Woche mal 4,33

Der häufigste Fehler beim Umstieg ist die Rechnung „ein Monat hat vier Wochen“. Ein Jahr hat aber 52 Wochen, nicht 48. Wer seinem Kind bisher 3 € pro Woche gegeben hat und jetzt 3 × 4 = 12 € im Monat zahlt, kürzt das Taschengeld unbemerkt um knapp 12 € im Jahr. Richtig ist: 3 € × 4,33 = 12,99 €, also rund 13 € im Monat.

Kinder merken solche Rechnungen erstaunlich schnell. Und weil der Umstieg in der Regel mit dem 10. Geburtstag zusammenfällt, steigt der Betrag ohnehin: von etwa 13 € auf 16 bis 18,50 €. Rechnet das gemeinsam mit eurem Kind nach – das ist die erste Mathestunde in Sachen Haushalten, und sie zeigt, dass ihr fair umstellt.

Beispiel

Jonas wird im März 10. Bisher bekam er 3 € pro Woche, gut 13 € im Monat. Ab April soll er 17 € im Monat bekommen. Im April, dem Übergangsmonat, zahlen seine Eltern zweimal 8,50 € aus: am 1. und am 15. Ab Mai gibt es die vollen 17 € am 1. Im April ist die erste Hälfte schon am 9. weg, die zweite hält bis zum 27. Im Mai reicht das Geld bis zum 18., im Juni bleiben am Monatsende 2 € übrig – die wandern freiwillig in sein Sparglas.

Pepp

Extra-Geld für Extra-Aufgaben – sichtbar im Pott

In Pepp hängst du an Extra-Aufgaben eine Belohnung in Geld oder Medienzeit. Der Pott zeigt deinem Kind jederzeit, was es verdient hat. Ohne Bankkonto, ohne Karte – ausgezahlt wird von dir.

Laden im App StoreJetzt bei Google Play

Die Umstellung in fünf Schritten

Ein harter Schnitt von 3 € am Samstag auf 17 € am Ersten überfordert viele Kinder im ersten Monat. Ein Übergangsmonat mit zwei halben Beträgen macht den Sprung kleiner: Das Kind muss erst zwei Wochen planen, dann vier.

  1. Anlass und Termin festlegen. Der Geburtstag oder der Schulwechsel eignen sich gut. Kündigt die Umstellung ein paar Wochen vorher an, damit sie kein Überraschungsgeschenk und keine Strafe ist.
  2. Neuen Betrag gemeinsam ausrechnen. Erst den bisherigen Wochenbetrag mal 4,33, dann den neuen Betrag laut Tabelle danebenlegen. So sieht euer Kind, dass es nicht weniger, sondern mehr bekommt.
  3. Übergangsmonat mit zwei Hälften. Im ersten Monat den halben Betrag am 1. und am 15. auszahlen. Das Kind übt, zwei Wochen zu planen, statt gleich vier.
  4. Danach: voller Betrag, immer am selben Tag. Ob der 1. oder der Tag nach eurem Gehaltseingang – Hauptsache fest. Das Faltblatt des Jugendamts Nürnberg betont: pünktlich, regelmäßig, bedingungslos und ohne Vorwürfe.
  5. Nach drei Monaten zurückschauen. Wie lange hat das Geld gereicht, was hat gefehlt, was war überflüssig? Als Gespräch, nicht als Prüfung – eine Abrechnung über jede Ausgabe solltet ihr nicht verlangen.

Den Monat einteilen und das erste Sparziel

Wie teilt ein Zehnjähriger 17 € über vier Wochen ein? Am Anfang meist gar nicht – und das ist in Ordnung. Hilfreich sind kleine Anregungen statt Vorschriften: das Geld in vier Umschläge für die vier Wochen aufteilen, einen Teil sofort in die Spardose legen, einen Wochenbetrag im Kopf behalten („ungefähr 4 € pro Woche“). Ob euer Kind das nutzt, entscheidet es selbst. Das Nürnberger Faltblatt warnt ausdrücklich davor, Sparen zur Pflicht zu machen oder Buchführung über die Ausgaben zu verlangen – beides verhindert den Lerneffekt eher, als dass es ihn fördert.

Was dagegen wirkt, ist ein Ziel. Mit 10 bis 12 Jahren darf es größer sein als in der Grundschule: Als Orientierung gelten etwa 15 bis 40 € und zwei bis drei Monate Wartezeit – ein Videospiel, Kopfhörer, ein größeres Bauset. Wer jeden Monat 6 € von 18 € zurücklegt, hat in drei Monaten 18 € zusammen. Wie ihr Ziele sichtbar macht und ob ein elterlicher Zuschuss sinnvoll ist, beschreibt Sparen lernen.

Tipp

Legt das Sparziel gleich beim Umstieg an. Wer mit dem ersten Monatsgeld weiß, wofür er spart, teilt automatisch vorsichtiger ein – nicht, weil ihr es verlangt, sondern weil er es will.

Wenn ihr den Überblick nicht auf Papier führen wollt, kann eine App ihn übernehmen. In Pepp tragt ihr das Taschengeld bei Bedarf von Hand im Pott ein, zum Beispiel 17 € am Monatsersten, unabhängig von Aufgaben. Euer Kind legt in seiner Ansicht ein eigenes Sparziel mit Bild an und sieht, wie viel noch fehlt. Wichtig zu wissen: Der Pott ist nur ein Zähler, durch die App fließt kein echtes Geld. Ausgezahlt wird weiter von euch, bar oder aufs Konto.

Erstes Konto oder Sparbuch?

Mit dem Monatsgeld kommt oft die Frage nach dem ersten eigenen Konto. Der Vorteil eines Guthabenkontos: Es lässt sich nicht überziehen, der Monatsbetrag geht per Dauerauftrag immer am selben Tag ein, und der Kontostand zeigt eurem Kind, wie viel vom Monat noch übrig ist. Eröffnen kann es das Konto nicht allein: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Bankgeschäften von Minderjährigen in der Regel die Eltern zustimmen müssen. Was ein Taschengeldkonto leistet und worauf ihr bei Gebühren und Karte achtet, steht in Taschengeldkonto für Kinder.

Ein Muss ist das Konto mit 10 nicht. Viele Familien fahren gut damit, das Monatsgeld noch ein Jahr bar auszuzahlen und das Konto erst einzurichten, wenn das Einteilen klappt. Welche Kombination aus Sparschwein, Konto und App zu welchem Alter passt, vergleicht Kinderkonto, Sparschwein oder App.

Pleite am Monatsende: Fehler zulassen

Er kommt mit großer Wahrscheinlichkeit: der Monat, in dem am 12. alles weg ist. Das Kind möchte mit ins Freibad, ins Kino oder einfach ein Eis – und fragt, ob ihr „nur dieses eine Mal“ etwas vorstrecken könnt. Das ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob der Umstieg funktioniert.

Achtung

Nicht nachschießen, keinen Vorschuss geben. Das Jugendamt Nürnberg nennt das „Nachbessern bei vorzeitigem Verbrauch der vereinbarten Summe“ ausdrücklich als einen der Fehler, die den Lerneffekt verhindern. Wer einmal nachschießt, hat das Monatsgeld in ein Wochengeld mit Verhandlungsoption verwandelt.

Das heißt nicht, dass ihr hart sein müsst. Zeigt Verständnis („Ärgerlich, ich weiß“), bleibt bei der Regel und sprecht am nächsten Auszahltag darüber, was euer Kind anders machen würde. Die Verbraucherzentrale bringt es in ihrem Unterrichtsmaterial auf den Punkt: Es ist besser, mit wenig Geld kleine Fehler zu machen als mit viel Geld große. Ein Zehnjähriger, der zwei Wochen ohne Eis auskommt, lernt mehr über Einteilen als aus jedem Vortrag. Welche Geldthemen in diesem Alter sonst dran sind, zeigt Kindern Geld erklären. „Auch Irrtümer gehören dazu“, heißt es im Nürnberger Faltblatt.

Genauso wichtig: Das Taschengeld kommt bedingungslos. Ihr kürzt es nicht als Strafe für Noten oder Streit und erhöht es nicht kurzfristig als Belohnung. Wer zusätzliches Geld verdienen möchte, kann das über echte Extra-Aufgaben tun – getrennt vom Taschengeld und nicht für Grundpflichten wie Zimmeraufräumen. Die Regeln dahinter stehen in Zehn Taschengeld-Regeln.

Fazit

Taschengeld mit 10 Jahren: 16 bis 18,50 € im Monat, mit 11 Jahren 18,50 bis 21 €, sagt die Tabelle des Deutschen Jugendinstituts. Wichtiger als der genaue Betrag ist der Wechsel im Rhythmus: Rechnet fair um (Woche mal 4,33), macht den Sprung mit einem Übergangsmonat kleiner und zahlt danach pünktlich am selben Tag. Lasst euer Kind den ersten Pleite-Monat erleben, ohne nachzuschießen, und bietet ihm ein Sparziel an, das größer ist als in der Grundschule. Dann ist es mit 12 bereit für die nächste Stufe – mehr Geld, mehr eigene Ausgaben, wie in Taschengeld mit 12 und 13 Jahren beschrieben.

Häufige Fragen

Wie viel Taschengeld mit 10 Jahren?

Die Tabelle des Deutschen Jugendinstituts nennt mit 10 Jahren 16 bis 18,50 € pro Monat; das Jugendamt Nürnberg gibt als Orientierungswert 16 € an. Ab diesem Alter wird monatlich ausgezahlt. Vorausgesetzt ist, dass ihr Schulsachen, Kleidung, Fahrkarte und Mittagessen weiter bezahlt.

Wie viel Taschengeld mit 11 Jahren?

Mit 11 Jahren empfiehlt die DJI-Tabelle 18,50 bis 21 € pro Monat, der Nürnberger Orientierungswert liegt bei 18 €. Mit 12 steigt die Empfehlung auf 21 bis 23,50 €. Am einfachsten erhöht ihr jeweils zum Geburtstag.

Wann sollte man von wöchentlich auf monatlich umstellen?

Mit etwa 10 Jahren – das ist auch der Punkt, ab dem die Tabelle Monatsbeträge nennt. Gute Anzeichen: Euer Kind hat schon einmal einige Wochen auf etwas gespart und kann einen Kalender lesen. Ein passender Anlass ist der Wechsel auf die weiterführende Schule oder der Geburtstag.

Wie rechne ich Wochen-Taschengeld in Monats-Taschengeld um?

Wochenbetrag mal 4,33, denn ein Jahr hat 52 Wochen, also durchschnittlich 4,33 pro Monat. Aus 3 € pro Woche werden so 12,99 €, gerundet 13 €. Wer nur mal 4 rechnet, zahlt im Jahr knapp 12 € weniger als vorher.

Was tun, wenn das Monatsgeld nach zehn Tagen weg ist?

Nichts nachschießen und keinen Vorschuss geben. Das Jugendamt Nürnberg zählt das Nachbessern bei vorzeitigem Verbrauch ausdrücklich zu dem, was den Lerneffekt verhindert. Zeigt Verständnis, haltet die Regel und sprecht am nächsten Auszahltag darüber, wie sich das Geld besser über den Monat verteilen ließe.

Pepp

7 Tage kostenlos testen

Ein Preis für die ganze Familie, jederzeit kündbar. Keine Werbung, keine Zahlungsdaten deines Kindes.

Laden im App StoreJetzt bei Google Play
Florian Kelm

Über den Autor

Florian Kelm

Marketing & Wachstum bei Pepp, BlueBranch GmbH

Florian verantwortet bei der BlueBranch GmbH in Fürth das Marketing von Pepp und schreibt hier über Taschengeld, Aufgaben und Medienzeit – mit dem, was Familien in der App tatsächlich einstellen, und dem, was Jugendämter und Studien dazu empfehlen.

Über Pepp und die Redaktion

War dieser Ratgeber hilfreich?

Quellen

  1. Stadt Nürnberg, Jugendamt – Faltblatt „Die Taschengeldfrage“ mit Orientierungswerten je Alter und Hinweisen zum Nachbessern (PDF)
  2. Verbraucherzentrale – Umgang mit dem Taschengeld (Unterrichtsbaustein): „besser mit wenig Geld kleine Fehler machen als mit viel Geld große“
  3. Verbraucherzentrale – Bankgeschäfte mit Minderjährigen: Eltern müssen meistens zustimmen

Redaktioneller Hinweis: Zahlen und Empfehlungen wurden mit den hier verlinkten Primärquellen (Gesetzestexte, Fachgesellschaften, Jugendämter) abgeglichen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder ärztliche Beratung.

7 Tage gratis starten