Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Kinder sind mit 4 bis 5 Jahren bereit für das erste Taschengeld – spätestens zur Einschulung sollte es losgehen – das Jugendamt Nürnberg nennt schon Werte für Kinder unter 6.
- Zum Start reichen 0,50–1 € pro Woche; mit 6 Jahren 1–1,50 €, mit 7 Jahren 1,50–2 € pro Woche. Der Betrag soll Fehler erlauben, die nichts kosten.
- Wichtiger als der Betrag sind ein fester Wochentag, Münzen zum Anfassen und keine Bedingungen: Taschengeld gibt es nicht fürs Aufräumen und nicht fürs Bravsein.
- Wenn das Geld am ersten Tag komplett für Kaugummi draufgeht, ist das kein Fehler, sondern der Sinn: Mit 50 Cent lernt dein Kind billig, was mit 50 € teuer wäre.
Ab wann Taschengeld? Die Frage kommt meist von außen: Die Nachbarstochter bekommt schon welches, die Oma will „endlich mal Geld schenken“, oder das eigene Kind steht mit vier Jahren an der Supermarktkasse und will das Kaugummi selbst bezahlen. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, aber es gibt klare Zeichen, dass ein Kind bereit ist – und einen guten Rahmen, was zum Start reicht. Hier findest du beides, plus eine Anleitung für den ersten Taschengeldtag.
Ab wann Taschengeld? Die kurze Antwort: ab 4 bis 5 Jahren, spätestens zur Einschulung
Die meisten Empfehlungen sind sich einig: Das erste Taschengeld kommt im Kindergartenalter. Die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts, an der sich Jugendämter orientieren, beginnt bei 4 bis 5 Jahren. Das Jugendamt Nürnberg nennt in seinem Faltblatt Orientierungswerte für Kinder „unter 6“ und begründet den frühen Start damit, dass Kinder nur nachhaltig lernen, wenn sie eigene Erfahrungen machen dürfen – „auch Irrtümer gehören dazu“.
Der frühe Start hat einen einfachen Grund: Die Beträge sind so klein, dass Fehler nichts kosten. Ein Fünfjähriger, der 50 Cent für Kaugummi ausgibt und dann nichts für das Sticker-Heft hat, lernt eine Lektion, die ein Zwölfjähriger mit 20 € deutlich teurer bezahlt. Je früher das Üben beginnt, desto billiger sind die Fehler.
Spätestens zur Einschulung sollte es losgehen. Mit sechs oder sieben Jahren begegnen Kinder Geld täglich – am Schulkiosk, bei Freunden, im Rechenunterricht – und ab dem siebten Geburtstag dürfen sie nach dem Taschengeldparagraphen mit eigenem Geld sogar rechtlich wirksam einkaufen. Ein Kind, das dann zum ersten Mal Geld in der Hand hält, startet mit Verspätung.
Vier Zeichen, dass dein Kind bereit ist
Das Alter ist nur ein Anhaltspunkt. Ob dein Kind wirklich bereit ist, zeigen vier Fähigkeiten, die du im Alltag leicht beobachten kannst:
- Es unterscheidet Münzen. Es muss nicht wissen, dass zwei 50-Cent-Stücke ein Euro sind. Aber es sollte erkennen, dass die goldene Münze etwas anderes ist als die kupferne und dass „mehr Münzen“ nicht automatisch „mehr Geld“ bedeutet.
- Es zählt bis etwa 10. Zählen bis 10 und kleine Mengen abzählen reicht, um eine Woche Taschengeld zu überblicken. Laut kindergesundheit-info.de üben viele Kinder ab etwa vier Jahren von sich aus das Zählen – nicht alle sind in dem Alter schon an Zahlen interessiert, und das ist normal.
- Es kann einen Wunsch aufschieben. Wenn dein Kind versteht, dass es das Eis nicht jetzt, aber nach dem Essen bekommt – und das aushält –, kann es auch verstehen, dass das Geld für den Sticker erst nächste Woche reicht.
- Es interessiert sich für Geld. Es will an der Kasse bezahlen, fragt, was Dinge kosten, oder spielt Kaufladen. Dieses Interesse ist das wichtigste Zeichen. Fehlt es völlig, bringt Taschengeld noch nichts – dann liegt es unbeachtet in der Schublade.
Drei von vier Zeichen reichen. Wenn dein Kind mit vier Jahren Münzen sortiert und bezahlen will, aber erst bis sechs zählt, startet ihr trotzdem – mit 50 Cent pro Woche geht nichts schief.
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Wie viel Taschengeld zum Start?
Für die ersten Jahre gelten Wochenbeträge, und sie sind bewusst klein. Die folgenden Werte stammen aus der DJI-Tabelle, die auch die Taschengeldtabelle 2026 vollständig zeigt; daneben die Orientierungswerte des Nürnberger Jugendamts, die etwas höher liegen (in Klammern die Altersstufen des Faltblatts).
| Alter | Empfehlung DJI | Nürnberger Jugendamt | Auszahlung |
|---|---|---|---|
| 4–5 Jahre | 0,50–1,00 € | 1,50 € (unter 6) | pro Woche |
| 6 Jahre | 1,00–1,50 € | 2,50 € (6–7) | pro Woche |
| 7 Jahre | 1,50–2,00 € | 2,50 € (6–7) | pro Woche |
Die Spanne zwischen beiden Quellen zeigt: Auf den Cent kommt es nicht an. Der Betrag sollte zwei Dinge erlauben – ein kleiner Wunsch ist sofort drin (Kaugummi, Sticker, ein Brötchen), ein größerer nach zwei bis drei Wochen Aufheben (ein Heft, eine kleine Figur, ein Eis für zwei). Wenn beides klappt, stimmt der Betrag, egal ob er 0,50 € oder 1,50 € heißt.
Tipp
Zahle Münzen statt Scheine, solange dein Kind im Kindergarten- oder Vorschulalter ist. Ein Euro in fünf 20-Cent-Stücken ist für ein Kind mehr Geld als eine einzelne Münze – es kann davon etwas weglegen, etwas ausgeben und den Rest zählen. Ein Fünf-Euro-Schein ist für einen Vierjährigen dagegen nur ein Stück Papier, das die Eltern wichtig finden.
Der erste Taschengeldtag
Der Start ist keine große Zeremonie, aber ein paar Dinge sollten von Anfang an feststehen. Wenn ihr sie einmal geklärt habt, läuft das Taschengeld jahrelang ohne Diskussion.
- Betrag festlegen. Nehmt einen Wert aus der Tabelle und rundet auf Münzen, die es gibt: 50 Cent, 1 €, 1,50 €. Sagt dem Kind den Betrag und dass er bis zum nächsten Geburtstag gilt.
- Festen Tag wählen. Samstagmorgen, Sonntag nach dem Frühstück – Hauptsache, immer derselbe Tag. Das Kind soll den Tag benennen können, bevor es die Wochentage kennt: „Taschengeldtag ist, wenn Papa Pfannkuchen macht.“
- Portemonnaie oder Dose bereitstellen. Etwas, das dem Kind gehört und das es selbst öffnen kann. Ein kleiner Geldbeutel für unterwegs, eine durchsichtige Dose zu Hause. Wer das Geld sieht, kann darüber nachdenken.
- Erklären, wofür es ist. In einem Satz: „Das ist dein Geld. Du darfst dir davon kaufen, was du möchtest – Süßes, Sticker, was du im Laden siehst. Alles andere kaufen wir.“ Mehr Erklärung braucht ein Fünfjähriger nicht.
- Freiheit lassen. Ab jetzt entscheidet das Kind. Ihr dürft fragen, ob es sich sicher ist, aber nicht verbieten, und nicht nachschießen, wenn das Geld weg ist. Das ist der schwerste und wichtigste Schritt.
Nehmt das Kind in den ersten Wochen bewusst mit zum Bäcker oder Kiosk und lasst es selbst bezahlen. Das Gefühl, Geld über die Theke zu schieben und etwas dafür zu bekommen, ist die erste echte Geldlektion – und sie funktioniert nur, wenn es das eigene Geld ist.
Typische Anfängerfehler
Die meisten Fehler entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Fürsorge. Genau deshalb sind sie hartnäckig.
- Nachschuss. Das Geld ist am Montag weg, am Mittwoch gibt es einen Euro „ausnahmsweise“. Damit ist die Lektion gelöscht: Das Kind lernt, dass Geld nachkommt, wenn man fragt. Das Nürnberger Jugendamt nennt das „Nachbessern bei vorzeitigem Verbrauch“ ausdrücklich als einen der Fehler, die den Lerneffekt verhindern.
- Kontrolle. „Was hast du damit gemacht?“ ist als Interesse in Ordnung, als Rechenschaft nicht. Wer für jede Ausgabe eine Begründung liefern muss, gibt irgendwann nichts mehr aus – oder heimlich.
- Kopplung an Verhalten. Kein Taschengeld, weil das Zimmer nicht aufgeräumt ist; ein Euro extra, weil das Kind so lieb war. Beides macht aus Taschengeld einen Lohn fürs Bravsein. Belohnungen für Aufgaben sind sinnvoll – aber als getrenntes System, nicht als Taschengeldkürzung oder -aufschlag.
- Zu viel. Wer mit 5 € pro Woche startet, weil „das doch nichts ist“, nimmt dem Kind das Sparen weg. Wenn jeder Wunsch sofort bezahlbar ist, gibt es nichts zu entscheiden.
- Zwangssparen. „Die Hälfte kommt ins Sparschwein“ klingt vernünftig, aber ein Kindergartenkind versteht nicht, warum es sein Geld nicht ausgeben darf. Sparen lernen Kinder von selbst, sobald ein Wunsch teurer ist als eine Woche Taschengeld.
Die Einschulung als Anlass
Wenn ihr im Kindergartenalter noch nicht gestartet seid, ist die Einschulung der natürliche Moment. Alles ist ohnehin neu: Schulweg, Schulranzen, feste Zeiten. Ein wöchentlicher Taschengeldtag passt in diesen neuen Rhythmus, und der Anlass ist für das Kind sofort verständlich: „Du bist jetzt ein Schulkind, jetzt bekommst du Taschengeld.“
Mit 6 Jahren könnt ihr direkt bei 1 bis 1,50 € pro Woche einsteigen, mit 7 bei 1,50 bis 2 € – die Phase mit 50 Cent müsst ihr nicht nachholen. Dafür lohnt es sich, gleich über die neuen Situationen zu sprechen, die Schule mit sich bringt: der Kiosk in der Pause, Tauschgeschäfte mit Sammelkarten, die Freundin, die mehr bekommt. Wie sich das Taschengeld in den Grundschuljahren weiterentwickelt, zeigt der Beitrag zum Taschengeld in der Grundschule.
Viele Familien nutzen die Einschulung auch, um das Taschengeld zum ersten Mal sichtbar zu führen. Bargeld bleibt in diesem Alter die richtige Form – das Kind soll die Münzen anfassen. Wenn ihr daneben festhalten wollt, was das Kind bekommt, gespart hat und sich wünscht, geht das in Pepp im Kind-Modus auf eurem eigenen Gerät: PIN-geschützt, ohne dass das Kind ein Handy braucht. Das Kind sieht seinen Stand und seine Sparziele, ihr behaltet die Übersicht, und das echte Geld übergebt ihr weiterhin am Taschengeldtag.
Fazit
Ab wann Taschengeld? Sobald dein Kind Münzen unterscheidet, bis 10 zählt, einen Wunsch aufschieben kann und sich für Geld interessiert – bei den meisten Kindern mit 4 bis 5 Jahren, spätestens zur Einschulung. Zum Start reichen 0,50 bis 1 € pro Woche, in Münzen, an einem festen Tag, ohne Bedingungen. Und wenn das Geld am ersten Tag komplett weg ist: Genau dafür ist es da. Mit 50 Cent lernt dein Kind, was es sonst mit 50 € lernen müsste.
Häufige Fragen
Ist 4 Jahre zu früh für Taschengeld?
Nicht, wenn dein Kind Münzen unterscheiden und kleine Mengen abzählen kann. Das Jugendamt Nürnberg nennt in seiner Tabelle Beträge schon für Kinder unter 6, die DJI-Empfehlung beginnt bei 4 bis 5 Jahren. Zeigt dein Kind noch kein Interesse an Geld, wartest du besser ein halbes Jahr – ein früher Start bringt nichts, wenn die Münzen in der Schublade liegen bleiben.
Wie viel Taschengeld mit 5 Jahren?
0,50 bis 1 € pro Woche nach der DJI-Empfehlung, die Nürnberger Tabelle nennt für Kinder unter 6 Jahren 1,50 € pro Woche. Beides ist richtig – wählt den Betrag so, dass ein Kaugummi sofort drin ist und ein kleines Spielzeug nach zwei, drei Wochen Sparen.
Wöchentlich oder täglich auszahlen?
Wöchentlich, immer am selben Tag. Ein Tag ist zu kurz, um überhaupt etwas einzuteilen; ein Monat ist für Kindergartenkinder nicht überschaubar. Die Woche hat einen Rhythmus, den dein Kind schon kennt: „Samstag ist Taschengeldtag“ funktioniert ab 4 Jahren.
Was, wenn mein Kind das Geld sofort ausgibt?
Dann hat es genau das getan, wofür Taschengeld da ist: eine Entscheidung getroffen und die Folge erlebt. Kein Nachschuss, kein Vorwurf – am nächsten Taschengeldtag gibt es den nächsten Versuch. Die meisten Kinder fangen nach wenigen Wochen von selbst an, etwas aufzuheben.
Braucht ein Kindergartenkind schon ein Sparschwein?
Ein Sparschwein, in das man nur hineinwerfen kann, eher nicht – das Geld verschwindet darin, und das Kind lernt nichts. Besser ist ein durchsichtiges Glas oder eine Dose zum Öffnen, in der es die Münzen sieht und zählen kann. Das Sparen kommt später von allein, wenn ein Wunsch teurer ist als eine Woche Taschengeld.
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